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„Das weiße Gold des Westerwaldes“ – die Peter-Rosegger-Schule mit dem HGV im Kannenbäckerland

In Kooperation mit der Peter-Rosegger-Schule (PRS) hat der Heimat- und Geschichtsverein Igstadt im Rahmen des Ferienprogramms der AWO Rheingau-Taunus eine Ferien-Exkursion zum Tonbergbau im südlichen Westerwald durchgeführt. 23 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Fahrt teil. Geleitet wurde die Exkursion von Michael Weidenfeller, Vorsitzender des HGV, der zusammen mit Ludmilla Sperling von der AWO den Ausflug organisiert hatte. Zu den Begleitpersonen gehörten auch die Leiterin der Peter-Rosegger-Schule Annika Wollstädter und die Betreuerin der Naturfreunde-AG Petra Westphal.

Doch wie kommt man auf die Idee, in eine Tongrube zu fahren? Ausgangspunkt war die Übergabe der Westerwälder Tonkiste vom Bundesverband Keramische Rohstoffe und Industrieminerale an die PRS im vergangenen Jahr. Ziel des Arbeitens mit der Tonkiste ist es, den Schülerinnen und Schülern das Thema Ton und seine Einsatzgebiete anschaulich zu vermitteln. Sie ermöglicht es, die vielen Facetten des Rohstoffes Ton mit allen Sinnen zu (be-)greifen. Es verwundert deshalb nicht, dass sowohl die Naturfreunde-AG wie auch die Töpfer-AG von der Idee begeistert waren, mal dorthin zu fahren, wo der Ton herkommt. Als gebürtigem Westerwälder und ehemaligem Leiter des Referates Geologie und Rohstoffe im Landesamt für Geologie und Rohstoffe Rheinland-Pfalz war es für den Vorsitzenden des HGV nicht nur ein Heimspiel, sondern auch eine besondere Freude, die Kinder zu begleiten.

Nachdem die Lunchpakete an der Schule verteilt waren, ging es mit dem Reisebus zum Tonbergbaubetrieb Goerg und Schneider in Boden nördlich von Montabaur. Dort wurde die Gruppe vom kaufmännischen Leiter des Unternehmens Thiemo Runge herzlich empfangen und mit kleinen Erfrischungen versorgt. Anschließend wurden Warnwesten in Einheitsgröße ausgegeben, die bei manchen Kindern bis über die Knie reichten. Da der Besuch der Firma während des laufenden Betriebs erfolgte, wurden entsprechende Sicherheitshinweise gegeben, bevor es mit dem Bus auf einer schmalen Straße zur Tongrube ging. Vor der Gruppe tat sich ein tiefes Loch auf. Helle Tone, zum Teil rötliche Farben, bestimmten das Bild. „Hier seht ihr das weiße Gold des Westerwaldes“ verkündete Herr Runge nicht ohne Stolz. „Danach suchen wir.“ Gegen das grelle Weiß des Tones bei Sonnenschein hatten sich die Kinder mit Sonnenbrillen gut gewappnet. Vom Rand der Grube konnten die Arbeitsmaschinen beobachten werden, die wie kleine Spielzeuge erschienen. Wie groß ein Radlader wirklich ist, konnte man sich erst vorstellen, als man unmittelbar davorstand. So groß, dass fast die gesamte Igstadter Gruppe in die Schaufel passte.

Zurück im Betrieb, lernten die Kinder bei einem Rundgang, wie der Ton weiterverarbeitet wird. Plötzlich ein kurzes schrilles Hupen und etwas aufgewirbelter Staub … ein anderer Radlader hatte in der großen Tonlagerhalle angehalten. Der bestens gelaunte Fahrer winkte die Kinder zu sich heran und lud sie zum Besichtigen der Fahrerkabine ein. Das war natürlich der Knaller. Nacheinander kletterten sie über die schmale Leiter hoch in den Führerstand und ließen sich die Instrumente zeigen. Besonders interessierte die Hupe, die immer wieder (mal kurz, mal etwas länger) betätigt wurde. Zurück am Ausgangspunkt hieß es erst mal Händewaschen, bevor die Produkte, die aus Ton gefertigt werden, unter Einsatz der Tonkiste vorgestellt wurden. Als Erinnerung an den Besuch des Tonbetriebes gab es eine Überraschung: Jeder Teilnehmende erhielt als Geschenk ein eingeschweißtes Paket Original Westerwälder Ton.

Dann war es auch schon Zeit für eine längere Mittagspause. Nach kurzer Busfahrt und kleinem Spaziergang erreichte die Gruppe einen idyllischen kleinen See, wo die Lunchpakete ausgepackt wurden. Dort wo sich heute ein See befindet, war in früheren Zeiten einmal eine Tongrube, die nach dem Abbau renaturiert wurde und heute vielen Insekten einen wertvollen Lebensraum bietet. Als letzten Punkt wurde das Tonbergbaumuseum in Siershahn angefahren. Dort erfuhren die Kinder bei einer Führung, wie der Ton in früheren Zeiten gewonnen wurde und welche Werkzeuge und Maschinen zum Einsatz kamen. Die Kosten für den Eintritt und die Führung im Museum übernahm der Heimat- und Geschichtsverein. Etwas müde und etwas staubig ging es zurück nach Igstadt, wo noch die Herausforderung wartete, das schwere Tonpaket im Rucksack nach Hause zu schleppen. Doch mit Erfolg wie sich am nächsten Tag zeigte. Die ersten hatten bereits begonnen, den Ton zu verarbeiten und Figuren und Gegenstände zu formen – tolle Erinnerungen an einen spannenden Tag im Westerwald.

Michael Weidenfeller, HGV Igstadt

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